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Neues Portrait: Vom Software-Entwickler zum Gemüsebauer

Foto: Gerald Hauser

Neues Portrait: Vom Software-Entwickler zum Gemüsebauer

Gerald Hauser startet mit gemüslich eine solidarisch organisierte Bio-Landwirtschaft bei Freistadt.

Gerald Hauser (36) aus dem Mühlviertel hat einen ungewöhnlichen Weg eingeschlagen: Nach einem Studium in Hagenberg war er zehn Jahre lang als Software-Entwickler tätig – bis sich seine Interessen immer stärker in Richtung Garten und Natur verschoben. Erste praktische Erfahrungen sammelte er in Gemeinschaftsgärten, wo er den Gemüseanbau vom Freiland bis zum Folientunnel kennenlernte.

„Der Gedanke, mir selbst das anzubauen, was ich brauche, hat mich immer fasziniert“, erzählt Gerald Hauser.

2025 wagte er schließlich den Neustart und gründete gemüslich, einen eigenständigen Bio-Gemüsebaubetrieb, der seit heuer (2026) nach den Prinzipien der Solidarischen Landwirtschaft (kurz: SoLaWi) organisiert ist. Dass er biologisch wirtschaften möchte, stand für ihn von Anfang an fest: regional, saisonal und bio – so kauft er selbst am liebsten ein.

Über Kontakte zu Landwirt:innen in der Region konnte er Bio-Flächen in Waldburg pachten. Heute bewirtschaftet er eine Gesamtfläche von rund 6.000 Quadratmetern, davon etwa 2.000 Quadratmeter mit vielfältigem Gemüseanbau, 380 Quadratmeter davon unter Folie. Die übrigen Flächen dienen bewusst der Biodiversität. Insgesamt kultiviert er rund 120 verschiedene Gemüse- und Kräutersorten.

Der Berufswechsel war für Gerald Hauser eine wirklich gute Entscheidung. Auch wenn besonders die erste Zeit mit teilweise über 80 Wochenstunden fordernd war, bereut er den Schritt nicht.

„Ein Produkt sollte nicht nur einen Preis haben, sondern auch einen Wert“, ist er überzeugt.

Gemeinschaft, Transparenz und das Teilen von Verantwortung – das schätzte er bereits im Gemeinschaftsgarten. In seiner solidarisch organisierten Landwirtschaft geht es ihm um planbare Direktvermarktung, transparente Kommunikation und eine bewusste Verbindung zwischen Produzent und Kund:innen. „Damit wieder mehr Verbundenheit zwischen Mensch und Natur entsteht und ein Verständnis für Boden und Arbeit wachsen kann, wird das Gemüse direkt am Feld abgeholt.“

Sein früherer Job fehlt ihm übrigens nicht: „Es gibt sicher noch Situationen, in denen ich an meinen alten Job denke. Aber die Art und Weise, wie ich damals gearbeitet habe, vermisse ich nicht. Jetzt kann ich mir selber aussuchen, was ich mache. Irgendwie bin ich jetzt alles – vom Projektmanager bis zum Landwirt. Die Arbeit bei jedem Wetter ist abwechslungsreich, und wenn ich sehe, was die Natur alles bietet, freue ich mich auf jeden Tag.“

Interessiert? Aktuell gibt es noch freie Saisonanteile. Alle Informationen zum Betrieb und zur Teilnahme finden sich hier:

Homepage der SoLaWi gemüslich